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Larven der Schwebfliegen

die Larven der Schwebfliegen erweisen sich als unschlagbar gegen Blattlauskolonien. Ich mache mir mittlerweile keine Sorgen mehr um meine Rosen im Garten. Nach gut 14 Tagen ist der Spuk vorbei und die Rosen läusefrei. Bis zu hundert Blattläuse pro Tag frißt die Larve. Sie erweisen sich dabei als sehr beweglich und schlagen mit dem gesamten Körper nach erreichbaren Läusen um sie auszusaugen. Die leeren Hüllen der Läuse finden sich in Mengen auf den Pflanzen.

 Larve und Ei

Schwebsenschwemme

Seit ein paar Tagen sind unheimlich viele Hainschwebfliegen (Ephisyrphus balteatus) unterwegs. Auf der Weide im Vorgarten, dort lecken sie auf den Blättern Blattlaussekret ab, auf dem Blutweiderich im Garten geschieht das Gleiche. Einzelne Exemplare von Scaevia, Sphaerophoria, Xanthogramma und Eupeodes sind auch da. Eine weitere kleine Art halte ich für eine Melanostoma.

Ebenfalls finden sich viele asiatische Marienkäfer und mehrere Wespenarten. Eine besonders hübsche Schlupfwespe ist diese hier

Eristalis tenax

Eristalis tenax - Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege

Erscheinungsbild:
Sie ist eine große, 14-18mm lange, am ganzen Körper glänzende, bienenähnliche Schwebfliege. Der Hinterleib ist dunkelbraun und hat am zweiten Segment keilförmige gelbe, ockerfarbene oder rötlich-gelbe Flecken. Diese sind sehr variabel. Das Mesonotum (Brust) ist dunkel, das Schildchen dunkel bis gelblich. Die schwarzen Facettenaugen sind oben und unten durch Haarbinden verbunden. Die Fühlerborste ist nicht gefiedert, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Eristalis-Arten ist.Vorkommen:
Sie ist weltweit verbreitet, vor allem in ländlichen Gebieten recht häufig, da es dort gute Entwicklungsmöglichkeiten für die Larven gibt. Wegen ihres oft massenhaften Auftretens in der Nähe von Misthaufen hat sie ihren populären Namen „Mistbiene“ bekommen. Flugzeit ist von März bis Oktober, an warmen Wintertagen fliegen die Weibchen auch bei uns. Im Spätsommer wandert sie über die Alpen nach Süden. Sie vermehrt sich dort und die nächste Generation wandert im Frühjahr zurück. Dabei erreicht sie Geschwindigkeiten von bis zu 25 Stundenkilometern. Als Nahrung dienen den erwachsenen Insekten besonders gerne die Blütenpollen und der Nektar von Korb- und Doldenblütlern.

Entwicklung:
Die Eier werden in jauchigen Pfützen, Sickergruben oder in verrottendem Schlamm abgelegt. Die nach dem Schlupf nur 2mm großen Larven sind sehr weich. Sie filtern Bakterien und faulende Pflanzenteile aus dem Wasser und tragen so zur Klärung desselben bei. Innerhalb von zwei bis drei Wochen können sie bis zu 2cm groß werden, dazu kommt die Atemröhre mit mehreren cm Länge. Mit der Atemröhre nehmen sie Luft an der Oberfläche auf. Diese hat ihnen auch zu ihrem Namen verholfen – Rattenschwanzlarven. Entdecken kann man die Larven durch den Schnorchel mit seinen gefiederten Haare und einer Eindellung der Wasseroberfläche. Die Anzahl der Haare am Schnorchel ist gattungsspezifisch bei den Eristalis-Arten verschieden. Sie verschließen den Schnorchel mit einem Luftbläschen, wenn die Larve diesen einzieht. Die Larven werden bei massenhaftem Auftreten bekämpft, da sie zur Verpuppung das Wasser verlassen und auf der Suche nach einer geeigneten Stelle auch in Wohnungen eindringen. Sie stellen zwar keine Bedrohung für Mensch oder Tier dar, können aber durch ihr ekelerregendes Aussehen und das invasionsartige Auftreten in 2 Wellen (meist im Juni und August) zur Plage werden. Die adulten Tiere schlüpfen nach ca 2 Wochen. Es fliegen 2-3 Generationen im Jahr.

Besonderheiten:
Sie hat einen schwach ausgeprägten Fluchtreflex und läßt sich mit der Hand fangen. Wohl aufgrund ihrer Tarntracht? Der lateinische Begriff „tenax“ bedeutet „zäh“ – und kommt von der Überlebensfähigkeit der Larven im verschmutzten Wasser.

Geschichtliches:
In der Antike glaubte man das Bienen aus verwesenden Kadavern gezüchtet werden können, wenn man ein Rind auf dem Feld verwesen läßt. Diese Erzählungen hielten sich bis ins Mittelalter. Schwärme von Mistbienen, die an den Kadavern ihre Eier ablegten und sich dort entwickelten, ließen diesen Aberglauben entstehen.

Rhingia campestris

 

 Rhingia campestris   – gemeine Schnauzenschwebfliege

 

Merodon equestris

 

Merodon equestris – Gemeine Narzissenschwebfliege

Eine der ersten Schwebfliegen im Garten ist die Narzissenschwebfliege. Ab Mai besucht sie dort Blutstorchschnabel und Kugellauch. Gerne ruht sie auf freien Stellen am Boden. Bis in den August hinein ist sie immer wieder zu sehen. Sie ähnelt einer Hummel, wird 11-14mm groß. Hat eine sehr variable Färbung und erinnert mich immer ein wenig an einen Boxer, da sie für mich immer eine ganz besondere, gedrungene Haltung und Körperform hat.Braune Fühler mit glatter Borste, gelblich behaarte Stirn, vorgewölbter Mundrand und hell behaarte Augen kennzeichnen den Kopf.

Das Mesonotum ist ein – oder zweifarbig behaart. Ebenso das Schildchen.

Der Hinterleib ist je nach Variation verschiedenfarbig behaart.

Die Flügel sind grau mit braunen Adern, die Ader 3 ist stark ausgebuchtet

und die Zelle 1 zum Rand hin offen. Sie hat schwarze Beine, dabei die Hinterschenkel stark verdickt,

die Schienen haben an der Unterseite einen stumpfen Höcker.

Aufgrund der Behaarung des Hinterleibes und des Mesonotums werden

7 verschiedene Varianten aufgeführt.

 

Die Larven leben vorwiegend in den Zwiebeln von Lilien – und Narzissengewächsen. Kein Wunder, daß die neu gepflanzten Osterglocken oft nur einen Frühling nochmals blühen. Die Eier werden in der Nähe oder auf die Grundblätter der Futterpflanzen abgelegt. Die Larven bohren sich in die Zwiebel ein, ernähren sich von dieser, überwintern dort und verpuppen sich im Frühjahr in der Erde.

Im gewerblichen Gartenbau wird Merodon zusammen mit den Eumerus-Arten als Schädling eingestuft und mit chemischen Mitteln bekämpft. Durch den weltweiten Handel mit Blumenzwiebeln kommt die Art mittlerweile auch schon in Nordamerika, Nordafrika und Neuseeland vor. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt innerhalb Europas.

die Faszination

für Schwebfliegen und andere Dipteren wurde und wird mit jedem neuem Makro größer. Diese hübschen und eleganten Fliegen kennenzulernen ist für mich sehr spannend. Gerne schaue ich ihnen und anderen Gattungen wie den Wollschwebern im Frühjahr bei ihren ersten Flügen zu.

Weltweit sind ca. 6000 Arten von Schwebfliegen bekannt, davon kommen in Europa über 850 vor. Einige davon möchte ich  hier in Bild und Text vorstellen